Sachsen-Coburg-Gotha?
Kaum einer weiß, welche Bedeutung dieses aus Deutschland stammende Adelsgeschlecht noch heute hat.
Aus einer Seitenlinie der Wettiner hervorgegangen, entwickelte sich das Geschlecht zu einem der wichtigsten Königshäuser in Europa.
Heute noch stellt es die Monarchen des Vereinigten Königreiches (Großbritannien & Irland) sowie Belgiens.
„Aber die englische Königin ist doch aus dem Hause Windsor!“… jein
Heute nennt sich das englische Königshaus zwar Windsor, aber eigentlich verbirgt sich dahinter das Haus Sachsen-Coburg-Gotha. Der Name Windsor wurde erst 1917 angenommen, weil der eigentliche Geschlechtsname zu deutsch klang. An die Macht kam das Haus im Vereinigten Königreich durch die Heirat Königin Victorias (selbst aus dem Haus Hannover stammend) mit Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, das zum Stammhaus der Kinder den königlichen Ehepaares wurde.
Einen Wechsel in der Linie wird es übrigens sicher mit der Nachfolge von Königin Elisabeth II. geben, da sich die Familie über den Man vererbt, also wird dann das Geschlecht Prinz Philips (von Geburt Prinz von Griechenland) auf dem englischen Königsthron sitzen – aber auch das ist noch keine Ende der „deutschen“ Monarchie über das Vereinigte Königreich, denn Prinz Philip gehört zum Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg. Um aber erneut Schwierigkeiten mit dem Namen vorzubeugen, hat Königin Elisabeth II. bereits vor Jahrzehnten entschieden, dass der Name Windsor erhalten bleiben soll.
In Folge der belgischen Revolution wollte sich Belgien ein eigenes Könighaus geben. Die ursprüngliche Idee, dafür einen Sohn aus der niederländischen Dynastie der Oranier zu wählen, wurde schnell fallen gelassen – ein Glücksfall für das Haus Sachsen-Coburg-Gotha, denn so wurde einer der ihren, Leopold, jüngerer Bruder des in Sachsen-Coburg-Gotha regierenden Herzogs Ernst I., 1831 zum König gewählt.
Daneben herrschte das Haus auch in Portugal von 1836 bis 1910 und von 1887 bis 1946 in Bulgarien.